alt und neu im rendezvous

50 Jahre ist es her, dass der Schacht 5 der Zeche General Blumenthal stillgelegt wurde. Nur die ehemalige Kaue sowie das Eingangsgebäude zeugen noch heute von der einstigen Betriebsamkeit der Schachtanlage.

Die Firma Tillmann Tiefbau GmbH nutzt seit Jahren dieses Gelände als Firmensitz. Durch Wachstum der Tiefbaufirma bedurfte es einer Erweiterung der Büro- und Lagerflächen. Neue Gebäudestrukturen für die Verwaltung und das Lager sollten sich in das vorhandene Ensemble der ausdruckstarken Ziegelbauten der ehemaligen Kaue eingliedern, aber in der Architektursprache dennoch visuell und haptisch spürbar absetzen.

Architektur, Isopaneel, Reglitglas, Bauglas, Sichtbeton, Thermowand, Doppelwand, Design, Pfosten-Riegel Konstruktion, Auszeichnung, Recklinghausen, Münster, elevation, Marcel Müller, Boris Lehmann, e.a+d, Tillmann Tiefbau, Beton, Steinteppich, Lageplan

Nach Analyse der Arbeitsumgebung, einhergehend mit der Auseinandersetzung zur Geschichte der Schachtanlage, Ihrer baulichen Struktur und Ihrer Materialität kristallisierte sich schnell ein stimmiges Konzept heraus. Das Kerngeschäft sowie die Philosophie des Unternehmens an den hinzuzufügenden Gebäudeteilen ablesbar zu machen, galt als Konzeptleitfaden. Klare, zukunftsorientierte Strukturen, die sich dennoch mit dem Altbestand zu einem Ensemble zusammenfügen und einen Spannungsbogen zwischen Alt und Neu bilden, dienten als Konzeptgedanken.

Die Einordung der neuen Verwaltung in das ursprüngliche Ensemble war in der frühen Planungsphase entschieden: Der Turm der Kaue bildet für das Raumgefüge die Spiegelachse des Bestandes zum neuen, additiven Gebäude. Die Lagerhalle richtet sich lotrecht zu der neuen Verwaltung und bildet hiermit die fassende Achse des Bauhofs.

Materialität und Formensprache

Die zwei unterschiedlichen Nutzungstypen eines hochwertigen Verwaltungsbaus und einer funktionalen Halle mit integrierter Kaue werden durch dieselbe Architektursprache verbunden. Formale Zurückhaltung und Materialauthentizität schaffen ein Gebäudeensemble und reflektieren die solide, innovative und werteorientierte Firmenphilosophie des Tiefbauunternehmens nach außen.

Industriell vorgefertigt und roh belassener Sichtbeton steht als Fassadenmaterial im Vordergrund. Die resultierenden lebendigen Oberflächen bilden den Bauprozess ab, bringen die ursprüngliche Kraft des Materials zum Ausdruck und bilden den  Brückenschlag zu dem Aufgabenfeld der Firma Tillmann. Über die einzelnen, versetzt zueinander montierten Thermowand Elemente werden innen wie außen verschiedene Raumzonen definiert. und darüber hinaus das konstruktive System ablesbar gemacht. Die Fenstereinschnitte unterstreichen die Ausgestaltung der Betonfassade und verstärken deren Gliederung. Die Rahmenoberfläche der Fenster aus bronzefarbenen Eloxal kontrastiert im Sonnenlicht zu dem Beton der Fassade. Die Struktur der Konstruktion und der Materialien formen den Raum.

Im Innenraum wird das Konzept der Materialauthentizität fortführend vollendet. Die Betonfassade bestimmt weiterhin die Innenseiten der Außenwände und prägt die Stringenz der Materialität. Im Kontrast hierzu sind jegliche Innenwände im schlichten Weiß gehalten.

Um einen fugenlosen Fußbodenbelag zu ermöglichen der dennoch eine Ursprünglichkeit ausstrahlt, wurde ein Steinteppich verarbeitet, dessen Kornkomposition exakt zu den Farbnuancen der Betonfassaden gemischt wurde. Der Einbau einer filigranen, unbehandelten Stahltreppe rundet das Konzept zur stringenten Materialauthentizität ab. Einer Skulptur gleich, nimmt die Treppe im Innenraum der Eingangshalle ihren Platz ein und verbindet die beiden Geschosse des Verwaltungsbaus. Für die neue Kaue wurde das gleiche Fassadenmaterial wie für den Verwaltungsbau gewählt. Um die differenzierte Nutzung in der, sich an die Kaue anschließende, Lagerhalle gestalterisch kenntlich zu machen, wurde die Fassade, im Kontrast zu der Betonfassade der Kaue, mit anthrazitem Isopaneel verkleidet. Um auch in diesem Gebäudeteil die Struktur der Raumzonen zu definieren, schneidet sich ein Profilbauglasband in die Südfassade der Lagerhalle und komplettiert den Konzeptansatz der „Ursprünglichkeit der Materialität“.

Neubau eines Verwaltungsgebäudes und einer Lagerhalle, Recklinghausen

Verfahrensart : Direktauftrag  |  Status : realisiert  |  Bauherr : Sieger Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG  |  BGF : 1632 m² 

BRI : 14582 m³  |  Leistungen : LP 1-9

alt und neu im rendezvous

architecture

alt und neu im rendezvous

gebautes licht

über ebenen

glück auf!

leinen los

dreiraum im grünen

box³

über generationen

dem panorama folgend

matrix

auenland

phoenix aus der asche

in der stadt zuhause

3-fach

wohnen am park

setdesign

alle für einen

ausgelagert

frei von ebenen

logik

weitergedacht

design